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Leben ohne Schule - Buchtipp
Hunt, Jan: The natural
child
Jan Hunts Hauptbotschaft ist, dass es nicht die Rolle von liebevollen
Erwachsenen ist, den Kindern "Lektionen fürs Leben" zu erteilen (das
Leben bringt seine eigenen Lektionen und Frustrationen mit sich), sondern
die Kinder so zu behandeln wie sie selbst gern in ihrer Kindheit behandelt
worden wären. In ihrem leidenschaftlichen und ergreifenden Buch wiederholt
sie diese Botschaft so oft, dass sie wir ein Mantra wirkt: "Alle Kinder
benehmen sich so gut, wie sie behandelt werden." Niemand würde von
einem Erwachsenen, der herablassend behandelt, schikaniert, ignoriert,
bedroht, gedemütigt oder gequält wird, vermuten, dass es ein
glücklicher, kooperativer, freundlicher und produktiver Mensch ist.
Warum glauben dann so viele Leute, dass Drohungen, Bestrafung und falsches
Lob bei ihren Kindern gutes Benehmen hervorrufen? Und warum sind so viele
Eltern auf kurzfristiges "gutes Benehmen" fixiert anstatt darauf hinzuarbeiten,
die Kinder als glückliche und selbstsichere Individuen in das Erwachsenenleben
zu entlassen?
In ihren Essay verteidigt Jan Hunt Eltern, denen vorgeworfen wird, ihre
Kinder zu "verwöhnen", die zu früh oder zu oft auf das Weinen
des Babys zu reagieren, von Bestrafung absehen, im Familienbett schlafen
und Kinder mit Respekt behandeln. Sie gibt auch konkrete Ratschläge
für den Umgang mit alltäglichen Krisensituationen im Supermarkt,
auf dem Spielplatz, beim Geschwisterstreit - hilfreiche Alternativen zu
den konventionellen Erziehungsbüchern.
Jan Hunts "The natural child" bietet wertvollen Einsichten in das Elterndasein
und die Kindheit. Wie anders wäre die Welt wohl, wenn jeder dieses
Buch gelesen hätte?
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