BREMEN. Weil die Kinder der Familie Neubronner weiterhin die Schule nicht besuchen, war jetzt der Gerichtsvollzieher bei ihr, um das erste Bußgeld zu vollstrecken. 1500 Euro sollen Dagmar und Tilman Neubronner nach einer Entscheidung der Bildungsbehörde zahlen, weitere 3000 Euro sind bereits verhängt. Die beiden Gerichtsvollzieher hätten aber "nichts Verwertbares gefunden", sagte Tilman Neubronner.Aus der Bildungsbehörde hieß es dazu: "Wir werden nicht nachlassen." Wenn es nichts zu pfänden gebe, müsse "über weitergehende Zwangsmaßnahmen nachgedacht werden", so Sprecherin Karla Götz und verwies auf einen Fall in Hamburg. Dort saß im August 2006 ein Vater eine Woche in Erzwingungshaft. Der 43-jährige Christ hatte drei Töchter aus Glaubensgründen zu Hause unterrichtet. Auch die Haft konnte ihn nicht umstimmen. Als der Entzug des Sorgerechts drohte, setzte sich die Familie nach Österreich ab, wo häuslicher Unterricht unter Auflagen erlaubt werden kann. Die Neubronners halten ihre beiden Söhne (10 und 12) nach eigenen Angaben zum Schulbesuch an, wollen sie aber nicht zwingen. Auch sie erwägen, im äußersten Fall auszuwandern. Mutter Dagmar: "Aber natürlich würden wir lieber bleiben." Der Fall wird heute von Stern-TV aufgegriffen, 22.15 Uhr, RTL.
Quelle: Weser-Kurier, 7.11.2007